Auch wenn sich seine Formen über die Zeit gewandelt haben, ist der Tanz die engste Verbindung von Bewegung und Gemeinschaft. Als individuelle und kollektive Kunstform war der Tanz schon früh Normen und Regeln unterworfen. Im ausgehenden Mittelalter waren vor allem die Fürstenhöfe Orte unverbrüchlicher Konventionen. Dichtung, Musik und nicht zuletzt der Tanz waren in starre, normative Korsette gezwängt. Allerdings mussten zuweilen auch neue Impulse gefunden und Reize gesetzt werden, um das übersättigte, gelangweilte Publikum zu unterhalten. So entstanden im Italien des späten 15. Jahrhunderts erste Ansätze für eine Annäherung von Musik und Tanz an das Theater. Schließlich gelangte das neu entstandene Ballett in Frankreich - genauer gesagt am Hofe Ludwig XIV. - zur vorläufigen Vollendung. Bis heute begeistern sich Millionen von Menschen an der Spannung, die sich aus festen Formen und feinen Fortentwicklungen ergibt.
Ironischer Weise erleben Begriffe wie „Disziplin“ und „Choreographie“ - also Herzstücke des Balletts - in heutigen Tagen eine ungeahnte Renaissance und dringen selbst in klassikverdrossene Jugendkulturen ein. Großen Anteil daran haben Ausdrucksformen wie Hip-Hop, Breakdance und Jazztanz, die nur bei oberflächlicher Betrachtung wild und regellos wirken. Gerade durch den gemeinsamen Nenner „Choreographie“ ergeben sich heute reizvolle Vermischungen der einzelnen Stile, welche junge Menschen nach wie vor dazu anhalten, Ballett lernen zu wollen.
Nach wie vor gelten Tänzer allgemein als intelligent, musikalisch, einfühlsam und nicht zuletzt als außerordentlich athletisch. Damit vereinen sie in sich einen Großteil klassischer und moderner Tugenden. Besonders das Ballett kann von sich behaupten, ein besonderes Training für Körper und Geist zu bieten. Neben Flexibilität, Kraft und Körperkontrolle verleiht eine solide Ausbildung auch Disziplin, Haltung und Selbstbewusstsein. Sicherlich zeigt eine im Kindesalter begonnene Einführung schneller und nachhaltiger Erfolge, da ein junger Körper noch deutlich formbarer ist. Allerdings müssen auch Erwachsene nicht davor zurückschrecken, ein Tanzstudio zu besuchen. Die Schlüssel zum Erfolg sind stets dieselben: Wille und Beharrlichkeit. Wer in den Unterricht hineinschnuppern möchte, für den bieten die meisten Schulen und Studios kostenlose Probestunden an. Diese können problemlos barfuß und mit bequemer, lockerer Kleidung absolviert werden. Darüber hinaus gelten bestimmte Kleidervorschriften, die sich bei Mädchen und Jungen bzw. Frauen und Männern vor allem im Schuhwerk unterscheiden. Ballettschulen oder Fachgeschäfte geben gerne darüber Auskunft. Ansonsten sollte die Kleidung eng und weitestgehend schmucklos sein, damit die Lehrerin oder der Lehrer Haltungs- und Bewegungsfehler leichter ausmachen und korrigieren kann.