Die spanische Hauptstadt ist gleichzeitig auch die größte Stadt des Landes. Politik und große Teile der Wirtschaft konzentrieren sich hier. Das bedeutet einen großen Anteil von Geschäftsreisenden, die am Flughafen abreisen und ankommen. Die ehemalige Königsstadt ist attraktiv und bietet auch im Winter ein Klima, das Nordeuropäer als warm empfinden. So nehmen viele Touristen diese Stadt als Start- oder Endpunkt ihrer Spanienreise. Dazu kommt ein traditionell enger Kontakt mit südamerikanischen Ländern. Viele Menschen aus den Spanisch sprechenden, ehemaligen Kolonien reisen nach Spanien oder über Spanien ins restliche Europa. Dazu ist die Lage Spaniens auch optimal, denn das Land liegt in der südwestlichen Ecke Europas. Lange Zeit hatte die staatliche spanische Fluglinie den Vorteil, dass sie auf den Kanaren zwischenlanden konnte, um aufzutanken. Das ist bei den heutigen Jets zwar nicht mehr nötig, doch konnte sich die Linienfluggesellschaft so als eine der wichtigsten Anbieter von Flügen nach Südamerika positionieren. Diese Interkontinentalflüge sowie die Anschlussflüge ins restliche Europa machen einen bedeutenden Anteil des Flugverkehrs am Flughafen der spanischen Hauptstadt aus.
Ein neues Phänomen sind die Billigflieger. Auch sie haben sich die spanische Hauptstadt als Verkehrsknotenpunkt ausgesucht. Von dort aus fliegen sie unzählige mittlere und große Städte in Europa und Nordafrika an. Zwischen zwei mittelgroßen Städten in Europa ist es oftmals günstiger, mit einem Billigflieger in die spanische Hauptstadt und dann weiter zum Zielort zu fliegen, als die direkte Verbindung mit einer Linienfluggesellschaft zu nehmen.
Etwas anders sieht der Flugverkehr in den Küsten- und Inselflughäfen Spaniens aus: Hierhin kommen in erster Linie Touristen aus Nordeuropa. Billigflieger und Charterflüge sind in der Überzahl. Bei den Letzteren werden in der Urlaubssaison mehr Flüge veranstaltet. Die Billigflieger operieren hingegen das ganze Jahr über. Wenn sie wenig Fluggäste haben, bieten sie die Flüge zu Dumpingpreisen an. Das hat eine touristische "Gegenbewegung" ausgelöst, da viele Spanier nun Städtereisen nach Nordeuropa unternehmen.